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SFV Journal - Nr. 11 Frühling 2002
Vom 31. Januar bis zum 3.Februar 2002
Im Skigebiet Les Contamines Monjoie in den
Savoyer Alpen meldet man genügend Schnee. Die Organisatorin
atmet auf. Die zwei sehnlichst erwarteten Skikurse können stattfinden.
Mit Leichtigkeit und Spass über die Pisten schweben, ja das
wollen wir lernen. Die "Romands" sind gespannt was uns
Alex Küttel mit der Feldenkrais Methode beibringen will. Die
Hälfte der Teilnehmerinnen kennt Alex schon vom Skiweekend
2001. Ihre Begeisterung war ansteckend. Dieses Jahr können
wir bereits 2 Kurse anbieten.
Feldenkrais in Beziehung zum Ski laufen. Schon in
meiner Ausbildung in Alpbach war ich sehr überrascht, wie meine
neue Körperorganisation mein Ski fahren erleichterte. Unsere
freien Tage verbrachten wir oft auf der Piste. Damals waren mir
meine Fortschritte noch unerklärlich.
Nun kann es losgehen. Am Vorabend haben wir uns mit
einer ATM *) vorbereitet und heute gehts weiter auf den Brettern.
Eine vergnügte Gruppe, strahlend blauer Himmel,
Pulverschnee und wenig Fahrer auf den Pisten, die Voraussetzungen
zum Lernen sind optimal. Die zweite ATM *) findet auf den Skiern
auf einem flachen Schneestück statt. In seinem charmanten Französisch
führt uns Alex durch zahlreiche Bewegungsdifferenzierungen.
Ich entdecke, wie jede kleine Bewegung im Körper die Stellung
und Form meiner Füsse verändert, obwohl diese in wuchtigen,
starren Schuhen stecken. Jede Veränderung beeinflusst den Druck
auf den Skiern sowie ihre Stellung. Aha, das muss der Schlüssel
zum Ski fahren ohne Anstrengung sein.
Geduldig und wohlgelaunt führt uns Alex auf
die Piste. Jetzt kommt Dynamik ins Spiel. Wie reagieren meine Bretter
im Gelände? Wohin gleiten meine Skier, wenn ich mein Gewicht
vor oder rückverlagere? Was passiert wenn ich mich drehe? Wann
und wo verspanne ich mich und ist dies wirklich nötig?
Jeder hat genug Zeit zum ausprobieren. Nach und nach
wirds immer einfacher und leichter. Ich drehe meinen Kopf,
und fliessend überträgt sich diese Bewegung auf die Skis.
Es fasziniert mich,wie ich elegant um die Kurve komme. Eigentlich
ist das alles ganz logisch, jedoch es zu erleben, ist ein wahrer
Genuss.
Am Abend in der warmen Stube unseres heimeligen Chalets
erleben wir nochmals eine ATM *). Danach geniessen wir unser gemeinsames
Nachtessen. Der Tag war lang und intensiv. Die Gruppe ist zufrieden
und auch müde. Ich freue mich unter die Decke schlüpfen
zu können. Den ganzen folgenden Tag verbringen wir auf der
Piste. Wir integrieren Gelerntes vom Vortag und Neues kommt dazu.
Wir lernen von der Fahrt unverzüglich ins Stillstehen zu kommen.
Auf der Piste gezielt reagieren zu können, ist eine Priorität.
"L'intention devient action". Ich fühle mich immer
sicherer und ruhiger. So macht Ski fahren Spass.
Gegen 16 Uhr verabschieden wir unsere zufriedenen
Kursteilnehmerinnen. Um 18 Uhr erwarten wir die nächste Gruppe.
Im zweiten Kurs sind wir insgesamt 10 Personen: 9 Frauen und unser
Mann, Alex.
Wir haben den gleichen Kursablauf gewählt. Ich
habe das Privileg, dieselben Themen nochmals zu erfahren und zu
vertiefen. Mit Freude stelle ich meine Fortschritte fest. Was haben
die anderen Teilnehmerinnen erlebt? Vor allem die Leichtigkeit beim
Ski fahren fällt ihnen auf. Einige staunen, keine Muskelschmerzen
zu verspüren. Auch sind sie körperlich nicht müde.
"Es braucht Konzentration seine Gewohnheiten zu ändern.
Je nach Gefälle, Geschwindigkeit und Schneeverhältnissen
fällt man schnell in den alten Trott", berichten andere.
Alle sind sich einig: Mit den neuen Erfahrungen ist
Ski fahren einfacher und macht mehr Spass !
*) ATM = Gruppenunterricht (Feldenkrais Bewusstheit durch
Bewegung®
resp. Feldenkrais - Awareness Through Movement®)
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